Bettina M. Wiesmann
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Der richtige Baum am richtigen Platz

Expertengespräch zum Thema „Mehr Bäume für Frankfurt“

Frankfurt am Main, 8. März 2011

Zu einem Expertengespräch zum Thema „Mehr Bäume für Frankfurt“ luden die CDU-Stadtbezirksverbände Nordend, Nord-Ost, Ostend und Westend in das Holzhausenschlösschen, an dem rund fünfzig Interessierte am vergangenen Dienstag teilnahmen. Die CDU-Landtagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann moderierte den Abend. Zunächst beleuchtete Peter Menke von der Stiftung „Die Grüne Stadt“ die grundsätzliche Bedeutung von Grün für die Stadt als „Lebensort der Zukunft“. Den Central Park in New York zeigte er als Beispiel der Vergangenheit, in der große Parks angelegt worden seien, aber, gemessen an der begrünten Fläche, nur begrenzte positive Effekte auf das gesamtstädtische Klima entfalten konnten. Die Herausforderung der Zukunft bestehe darin, mehr und vor allem richtig verteiltes Grün in der Fläche der Städte zu schaffen.

Stadtgrün werde nicht nur von den Bürgern gewünscht, es verbessere objektiv die Atemluft und das Klima, reduziere Verkehrsstress und Lärm, diene als soziale Treffpunkte und wirke damit Spannungen und sozialen Konflikten entgegen. Genau in diese Strategie passe die Umweltpolitik der CDU, erläuterte Robert Lange, umweltpolitischer Sprecher der Römer-Fraktion und Ortsvorsteher im Ortsbezirk 10. Die geplanten Grünen Zonen im Europaviertel und auf dem Kulturcampus sowie die CDU-Initiativen für Dachbegrünung und vertikale Gärten hätten genau dies zum Ziel: mehr Grün in die Stadtteile zu bringen, gerade auch dorthin, wo der freie Raum begrenzt sei.

Im Ortsbeirat 3 sind Initiativen für mehr Stadtgrün schon lange auf der Tagesordnung. Initiativen wie Baumpatenschaften in der Glauburgstraße und am Großen Friedberger Platz, die Forderung nach einem Hochzeits- und Geburtshain, in dem Bäume zu besonderen Anlässen durch die Bürger gepflanzt werden können, die CDU-initiierten Beschlüsse zur Verwendung des Ortsbeiratsbudgets für Baumpflanzungen am Kleinen Friedberger Platz und die Förderung von Maßnahmen zur Klimaverbesserung durch Dachgärten und Fassadenbegrünungen (vertikale Gärten) seien auf den Weg gebracht worden, berichtete Claudia Ehrhardt, stellvertretende Ortsvorsteherin und Mitglied der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 3.

Besorgten Bürgern, die Baumfällungen in ihrem direkten Wohnumfeld beklagten, erläuterte Dr. Albrecht Kochsiek als Mitglied der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 2, wie wichtig das Thema in den Ortsbeiräten genommen werde . Als Beispiel nannte er die jüngst beschlossene Neupflanzung der Bäume vor der Zentrale der Deutschen Bank. Eiko Leitsch, Vorsitzender des Unternehmerverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen, und Leo Peselmann, Inhaber einer Baumschule, zeigten anhand vieler Beispiele, wie wichtig die Auswahl des richtigen Baumes für den jeweiligen Standort ist. Die Lebensdauer der innenstädtischen Bäume habe sich innerhalb der letzten drei Jahrzehnte von 80-100 auf rd. 30 Jahre reduziert. Immer mehr Bäume seien krank und müssten vorzeitig gefällt werden – oft wegen falscher Baumartauswahl, schlechter Bodenvorbereitung oder schlicht mangelnden Platzes. Die DIN-Mindestanforderung (12 Kubikmeter) an eine Pflanzgrube werde in den seltensten Fällen eingehalten. Die Aufzucht eines Baumes für die Stadt dauere ca. 10-12 Jahre, er werde alle drei Jahre umgepflanzt und so besser auf die schwierigen Verhältnisse im Stadtraum vorbereitet, allerdings nicht zum Nulltarif: Dies koste je nach Art zwischen 250 und 600 EUR. Dazu komme, dass die jährlichen Baumpflegekosten von ca. 25 bis 30 EUR pro Baum in vielen Kommunen nicht eingeplant seien. Beide Experten rieten dazu, bei der Pflanzung und der anschließenden Pflege nicht zu sparen, sondern dafür lieber auf ein paar Bäume zu verzichten.

„Schreckt die Baumschutzsatzung die Hauseigentümer von der Pflanzung neuer Bäume ab?“ fragte der CDU-Kandidat zur Stadtverordnetenversammlung Rainer Krug die Expertenrunde. Die Fachleute waren sich einig: Eine vernünftig angewandte Baumschutzsatzung, die darauf abziele, die Hauseigentümer bei der richtigen Gartengestaltung zu unterstützen und entsprechend zu beraten, könne enorm hilfreich sein. „Wie können wir die Pflanzung von mehr Bäumen in Frankfurt in einer abgestimmten Aktion von städtischen Ämtern, Bürgern und Firmen initiieren? Gibt es dazu Beispiele aus anderen Städten?“ war die abschließende Frage von Bettina M. Wiesmann in die Runde. Es herrschte Einigkeit, eine solche Initiative in Angriff zu nehmen und zu diesem Zweck nach der Kommunalwahl weitere vorbereitende Gespräche zu führen.

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