Bettina M. Wiesmann
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21.07.2014 Europas erste Campus – Meile entsteht in Frankfurt am Main

21.07.2014
Podiumsdiskussion mit Bürgergespräch
»Europas erste Campus – Meile entsteht in Frankfurt am Main«

Auf Initiative der direkt gewählten Landtagsabgeordneten Bettina M. Wiesmann (CDU) luden am gestrigen Montagabend die CDU-Verbände Nordend, Dornbusch und Westend gemeinsam mit den stadtweiten CDU-Vereinigungen MIT und CDA zu einer Podiumsdiskussion mit Bürgerdialog in die Deutsche Nationalbibliothek.

Anlass der mit rund 100 Teilnehmern gut besuchten Veranstaltung war der Neubau der Frankfurt School of Finance and Management an der Adickesallee. Mit diesem Neubau wird nicht nur ein viel versprechender neuer Campus auf einem bisher unbelebten Areal errichtet, sondern es entsteht darüber hinaus Europas erste Campus-Meile. „Drei Hochschulen und zwei Bibliotheken werden auf nur 1,8 km zwischen Hansaallee und Nibelungenplatz am Alleenring nebeneinander liegen. Dazu kommen vorhandene und zahlreiche neue Studentenwohnungen; eine wissenschaftspraktisch und städtebaulich einzigartige Chance“, hob die Abgeordnete hervor.

Das Podium war hochkarätig besetzt: Die Präsidenten der drei Hochschulen, Prof. Dr. Udo Steffens (Frankfurt School), Prof. Dr. Werner Müller-Esterl (Goethe-Universität) und der frisch gewählte Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Ulrich Schrader, waren ebenso präsent, wie die gastgebende Direktorin der Nationalbibliothek, Ute Schwens, und der Direktor der Senckenberg-Bibliothek, Dr. Heiner Schnelling. Zudem hatte die CDU den unabhängigen Stadtplaner und Architekten Prof. Dr. Jochem Jourdan sowie den planungspolitischen Sprecher der CDU-Römerfraktion, Dr. Nils Kößler, hinzugebeten. Die Moderation übernahm Günter Murr von der FNP.

Steffens stellte die Planung der Frankfurt School für Forschungs- und Lehrbetrieb sowie für das studentische Wohnen und Arbeiten auf dem Campus vor. Müller-Esterl nahm auf den Masterplan Bezug, der seit Anfang der 2000er Jahre die Entstehung des Campus Westend begründet hatte. Daraus sei auch ein hervorragendes Verhältnis zwischen Goethe-Uni und der Stadt Frankfurt entstanden. Schrader betonte die Chancen der Cluster-Bildung über Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Bibliotheken hinweg: Eine intensive Mischung aus Konkurrenz und Kooperation stifte die Dichte an Beziehungen und Anregungen, die Innovation erst möglich mache. Die Bibliotheksdirektoren betonten den doppelten Auftrag ihrer Häuser, als Learning Center für wachsende Nutzergruppen zu fungieren und zugleich deutsche Kulturgüter angemessen zu präsentieren. Dies mache Neu- bzw. Ergänzungsbauten notwendig.
Stadtplaner Jourdan warnte davor, die Wissenschaftsinstitutionen als Einzelobjekte zu verstehen. In Wahrheit gehe es um die Räume zwischen ihnen und die Beziehungen untereinander. Die Campus-Meile könne sehr sinnvoll in die umliegenden Wohnquartiere integriert werden. Es müsse eine Vernetzung erreicht werden, die eine urbane Aufenthaltsqualität hervorbringe. Dies könne insbesondere durch Wiederherstellung des Alleencharakters westlich der Eckenheimer Landstraße erreicht werden, wofür die nördliche Richtungsfahrbahn näher an die Anlieger dieses Teilstücks (von Frankfurt School bis Polizeipräsidium) heranrücken müsse.

„Der Wegfall des Vorhabens Alleentunnel eröffnet Raum für neue Überlegungen“, unterstrich Wiesmann. „Eine Neugestaltung des Alleenrings in dieser Form könnte seine trennende Wirkung mildern und den neuen Campus stärker an die bereits bestehenden studentischen Areale des Nordends anbinden. Wenn zur Entwicklung eines zukunftsträchtigen Clusters auch ein informelles Umfeld gehört, das kreative Begegnungen zulässt, so hat das Nordend hierfür die besten Voraussetzungen“, so die Abgeordnete, die selbst fast zwei Jahrzehnte im Nordend wohnt.
Dr. Nils Kößler fiel die Aufgabe zu, auf Sorgen und Anliegen der Anwohner einzugehen, die das Gespräch mit dem Publikum dominierten. Ausreichend Kapazitäten für studentisches Wohnen, die nötige Nahversorgung in den umliegenden Quartieren, die verkehrliche Anbindung der neuen Hochschulen sowie eine ausreichende Parkplatzversorgung waren die wichtigsten angesprochenen Themen. „Dies ist die Phase der Ideensammlung“, betonte Kößler.

„Die Frage nach der begleitenden Infrastruktur ist eine der entscheidenden Fragen für die weitere Entwicklung der Campus-Meile. Aber auch der Begriff ‚Campus-Meile‘ per se ist gut, denn er besagt, dass die Institutionen auf der Meile miteinander sowie mit der Stadt möglichst eng zusammenarbeiten sollten“, so der Planungspolitiker. Kößler wies weiter darauf hin, dass der Koalitionsvertrag von CDU und Grünen für Frankfurt das Ziel enthält, die trennende Wirkung von Verkehrsschneisen zu entschärfen. Eine Neugestaltung der Adickesallee im vorgeschlagenen Sinne sei deshalb ein Schritt in die richtige Richtung.

Wissenschaftsminister Rhein, der zu der Veranstaltung hinzustieß, zog eine Parallele zum Ausbau des Museumsufers. Mit der Campus-Meile gebe es eine Chance, Frankfurt dauerhaft nicht nur als Stadt der Banken und der Wirtschaft, sondern auch als Wissenschaftsstadt zu etablieren.
„Die Diskussion hat deutlich gemacht, wie wichtig ist es, dass sich alle Beteiligten über die phänomenalen Entwicklungschancen klar werden, die sich mit der Ansiedlung der Frankfurt School am Alleenring ergeben“, fasste Wiesmann zusammen. „Jetzt ist die Stadt am Zug, die aufgezeigten Perspektiven zu prüfen und im Dialog mit allen Beteiligten und Betroffenen über die weitere Entwicklung und den geeigneten Rahmen hierfür zu beraten. Die Hochschulen und Bibliotheken werden das Ihrige dazu beisteuern.“

Viele Anwohner nutzten die Gelegenheit, nach der Veranstaltung im individuellen Gespräch mit Dr. Nils Kößler und Rainer Krug, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Ortsbeirat 3, ihre Sorgen und Anliegen im Zusammenhang anzubringen.

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